Dienstag, 15. Februar 2011

Justiz

15. Februar 2011
In Hannover sickert nichts mehr durch?

Das wird Kommissar Internet wohl nie vollständig aufklären können: Im Netz dümpeln Seiten über die Staatsanwaltschaft Hannover herum und plötzlich machen sie einen Satz nach vorn, werden sogar in Ägypten gelesen. Gibt man bei google "Opfer Staatsanwaltschaft Hannover" ein, werden über 80 000 Einträge angezeigt, was nicht bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft von Hannover so viele Justizopfer auf dem Gewissen hat, häufiger schützt sie Opfer. Was aber steht auf Platz 1? Facebook-Seiten über Skandale dieser Ermittlungsbehörde.

Den Anstoß zu einer regen Diskussion hat zweifellos gestern "Welt online" gegeben. Ins Netz prasselten so viele Kommentare zu einem Beitrag über "Recht und Gerechtigkeit", dass die Kommentarfunktion deaktiviert wurde.

Ganz nebenbei hat Kommissar Internet inzwischen erfahren, dass es in München einen Gerechtigkeitsforscher gibt, der nicht nur Rechtsanwalt ist und die Seiten http://www.freikopf.de/ betreibt, sondern auch noch einen Roman über das Rechtssystem geschrieben hat. Der heißt "Anklage - Im Namen der Gerechtigkeit". Markus Schollmeyers Geschichte beginnt in einem Dorf, das bei einem Kinderschänder 25 Jahre lang wegschaut. Klingt gespenstisch aktuell.

Hans-Joachim Selenz, ehemals Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, hat schon vor geraumer Zeit dazu geraten, Justizskandale mit Namen der Beteiligten ins Netz zu stellen. Ist auf besagten Seiten über die Staatsanwaltschaft von Hannover geschehen. Die schweigt sogar zu dem Vorwurf der Lüge.

Das hannoversche "Haus der Staatsanwälte" steht in Bahnhofsnähe und ist in den 1980er-Jahren so schnell hoch gezogen worden, dass es schnell Risse in den Fluren und Zimmern gab. Die sind längst geschlossen. Vielleicht sickert seitdem nichts mehr durch?

Keine Kommentare: