Sonntag, 23. Oktober 2011

Sömmerda

18. Oktober 2011
Um Finneck-Stiftung ranken sich schlimme Gerüchte

Der Ortsname Sömmerda hat sich auch ins Gehirn von Kommissar Internet gebrannt. Im Dezember 2006 ließ eine 20-Jährige ihre beiden Kinder vier Tage lang allein in der Wohnung. Der knapp zehn Monate alte Leon verdurstete.

Sömmerda hat knapp 20 000 Einwohner, liegt 20 Kilometer nördlich von Erfurt. In der ehemaligen Ackerbürgerstadt schießen Gerüchte ins Kraut. Eine erste Nachfrage von Kommissar Internet ist ohne Antwort geblieben.

Es geht: um die Finneck-Stiftung. Sie gehört zur Diakonie. Ist also eine Einrichtung unter dem Dach der evangelischen Kirche. An der Spitze des Diakonie-Bundesverbandes steht ein Bischof. Den hat Kommissar Internet noch nicht befragt. Die ersten Fragen richtete er an die Finneck-Stiftung.

Diese Stiftung ist eigenen Angaben zufolge eine regionale Trägerin der Arbeit mit Behinderten, der Kinder- und der Jugendhilfe und von Bildungseinrichtungen. Um die 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen in Rastenberg, Sömmerda und Büttstädt rund 1 200 Menschen mit und ohne Behinderung.

2009 rasselte die Finneck-Stiftung mit dem Stadtrat von Sömmerda zusammen. Der lehnte einen Zuschuss ab, weil alle Ratsparteien  nach drei Jahren nicht mehr an eine vernünftige Zusammenarbeit glaubten. Zu einem entscheidenden Gespräch sei ein ahnungsloser junger Mitarbeiter erschienen.

Ahnungslosigkeit in finanziellen Fragen ist eine Sache, doch:  Gibt sich diese Stiftung auch ahnungslos, wenn es um schlechte Betreuung von Behinderten geht? Sogar von einem  Todesfall wird Kommissar Internet berichtet.

Sömmerda II: Bitte um ein wenig Geduld

Samstag, 17. September 2011

Abgehauen



27. Februar 2011
Polizei sucht eine 13-Jährige

Zoe hat am Abend des 19. Februar ihre Siebensachen gepackt. Dann verschwand sie aus einer therapeutischen Einrichtung in Lüneburg. Berichten die Medien. Steht im Polizeibericht.

Zoe ist aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch abgehauen, behauptet ein Insider. Sie sei dort schlecht behandelt worden. Die 13-Jährige habe sogar behauptet: "Ein Pädagoge hat mich angefasst."

Die Polizei vermutet, dass Zoe bei einem "flüchtigen Bekannten" im Raum Lüneburg Unterschlupf gefunden hat. Eine telefonische Anfrage beantwortet ein Beamter um 12.40 Uhr so: "Das Mädchen ist immer noch verschwunden." Dass die 13-Jährige aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ausgerissen ist, will er nicht bestätigen: "Wenn Sie was wissen, dann rufen Sie doch die Einrichtung an."

27. Februar 2011, 13.05 Uhr
Inzwischen weiß...

...Kommissar Internet, dass dieses Mädchen aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ausgebüxt ist. Richtig liegt die Polizei auch mit der Vermutung, dass die 13-Jährige keinem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Es geht Zoe gut.

4. März 2011
Dringende Warnung an Zoes Familie

Von einer Wilhelmshavener Polizeikommissarin hat Kommissar Internet heute erfahren, wo verschiedene Familienmitglieder von Zoe wohnen. Eins davon wohnt demnach in Münster. Dringende Warnung: Mit der Kleinen in Münster unter keinen Umständen zum Jugendamt gehen! Falls die Familie Hilfe braucht, sucht sie, wo ihr wollt, nur nicht bei dieser Behörde, die als Grund für Kindesentzug auch schon einmal angibt, eine Mutter habe eine andere Wahrnehmung der Realität als die Jugendamts-Fachkräfte...

17. März 2011
Suche beendet

Die Suche nach Zoe ist beendet. Das zuständige Jugendamt wurde eingeschaltet. Ist nicht das Jugendamt von Münster...

17. September 2011
Ohne Münster ist alles gut gegangen

Der Störfall Jugendamt Münster ist nicht eingetreten. Eine Mitarbeiterin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG) setzte zwar alle Hebel in Bewegung, um die Flucht der Kleinen zu erschweren. Gelang aber nicht. Das Hilfesystem war perfekt, die Ausreißerin machte einen weiten Bogen um Münster...

Jetzt erlebt das Mädchen Neues: Sie darf endlich täglich eine Schule besuchen (zu TG-Zeiten nach ihren Angaben zwei Stunden in der Woche, weil ihr nicht mehr zugetraut wurde). Außerdem ist der TG-Leiter inzwischen fristlos entlassen worden.

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