Mittwoch, 15. Februar 2012

Hereingefallen

15. Februar 2012
Neuapostolische Kirche von Nordrhein-Westfalen wird abgezockt

Die Medien in der britischen Grafschaft Norfolk machen nicht viel Aufhebens davon. Sechs Engländer und ein Niederländer stehen wegen Anlagebetrugs  und Geldwäsche vor Gericht, abgezockt haben sie auch die Neuapostolische Kirche (NAK) von Nordrhein-Westfalen. 15 Millionen Euro leierten die Gauner der um 1896 gegründeten Glaubensgemeinschaft im Jahre 2007 aus den profitgierigen Rippen. Nimmt man auf der Insel eher mit Humor, Motto: "Die sind so reich..."

Stinksauer ist dagegen der zuständige NAK-Mann in Dortmund. Der heißt Armin Brinkmann und ist enttäuscht, hofft aber, das Geld nach dem Prozess wieder zu bekommen. Worauf man bei Geldwäschern, die auch noch im Ausland sitzen, eigentlich lange warten kann. Meistens bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Den es nach Recherchen von Kommissar Internet für die NAK auch in anderer Hinsicht gibt.

Zehn Prozent ihres monatlichen Einkommens spenden NAK-Mitglieder von ihren Einkünften. Dafür wird ihnen seit über 100 Jahren versprochen, dass Jesus morgen wieder kommt, irgendwo zwischen Himmel und Erde die Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft empfängt und mit ihnen im Himmel Hochzeit feiert. Nach dem 15-Millionen-Euro-Verlust müsste - falls dies morgen geschähe - etwas weniger geprasst werden?

Das glaubt Kommissar Internet auch eher nicht. Denn Jesus hat während seines Wirkens auf dieser Erde Mammon verachtet. Und im Himmel gibt es sicherlich keine hoch verzinslichen Bonds, weil Gott gerade von einer Ratingagentur heruntergestuft worden ist.

Heruntergestuft wird gemeinhin ganz irdisch. Staaten geschieht das. Unternehmen auch. Dann bieten die Anleihen mit hoher Verzinsung an, um wieder flüssig zu werden. Den Kauf solcher Bonds haben die sieben Gauner aus England und den Niederlanden für überflüssig gehalten. Sie ließen das Geld in einem Netz von Offshore-Konten verschwinden. Staatsanwalt Mark Fenhall aus Norwich hat deswegen auch keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, dass die Angeklagten jemals an etwas anderes gedacht haben als an Abzocke.

Dass sie auf Betrüger hereingefallen ist, gesteht die Neuapostolische Kirche von Nordrhein-Westfalen seit gestern ein. Auch einem Geschäftsmann aus Utah soll das passiert sein. Utah ist bekanntermaßen der US-Staat der Mormonen. Das wiederum ist eine Glaubensgemeinschaft, die neben der Bibel ein zweites heiliges Buch kennt: "Das Buch Mormon". Dabei handelt es sich um eine Übersetzung der Geschichte von bis heute unbekannt gebliebenen Ureinwohnern Nord- und Südamerikas.

Mormonen ist nur ein Spitzname, der eigentliche Name dieser Glaubensgemeinschaft lautet "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage". Wie bei der NAK stehen an der Spitze Männer, die sich Apostel nennen. Jetzt gibt es möglicherweise eine weitere Gemeinsamkeit zwischen zumindest einem Mormonen aus Utah und der Neuapostolischen Kirche aus Nordrhein-Westfalen...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

geschäfte machen mit dem glauben...

Anonym hat gesagt…

und jetzt reden sie von schutt, den es schon mal geben könne...

Anonym hat gesagt…

die nak-spitze reagiert darauf jetzt mit einlullungsveranstaltungen wie nach dem selbstmord eines stv. geschäftsführers in wilhelmshaven...